Tomatenpflanzen bilden keine Früchte

Tomatenpflanzen bilden keine Früchte

 

Tomatenpflanze ohne Früchte im Juli

Tomatenpflanze ohne Früchte im Juli

Wenn Tomaten keine Früchte bilden, kann das ganz verschiedene Ursachen haben. Oft passieren die Fehler schon bei der Aufzucht, doch auch ein falscher Standort oder Pflanzenkrankheiten können dafür verantwortlich sein, dass die Ernte ausfällt. Die meisten dieser Ursachen sind allerdings schnell behoben.

Die optimalen Anzuchtbedingungen schaffen

In der sachgerechten Pflege von Tomaten nimmt der richtige Standort eine zentrale Position ein, wenn man nicht nur Blüten haben möchte. Den Grundstock legt schon die korrekte Aussaat. Die Saatschale sollte halbschattig an einem Fensterplatz aufgestellt werden, ideal ist eine Umgebungstemperatur von 20 bis 24 Grad Celsius. Dieses Wechselspiel von Licht und Wärme sorgt für ideale Anzuchtbedingungen. Tomaten sind Lichtkeimer, vertragen jedoch kein pralles Sonnenlicht. Kommen die Keimblättchen heraus, muss der Standort gewechselt werden, die Temperaturen sinken und der Lichteinfall erhöht werden, da die Tomatenpflanzen sonst vergeilen. 16 bis 18 Grad Celsius sind nun ideal. Ist der Lichteinfall zu gering, schafft ein hinter den Anzuchttöpfen platzierter Spiegel oder eine spezielle Pflanzenlampe mehr Helligkeit.

Die Tomaten langsam abhärten

Vor dem Umzug in den Garten steht das Pikieren an. Sich plötzlich im Freiland wiederzufinden, kann für Tomaten ein derartiger Schock sein, dass sie nur Blüten, aber keine Frucht bilden. Zur Abhärtung können die Pflanzen in den ersten beiden Maiwochen tagsüber an einem halbschattigen Platz im Garten aufgestellt werden. Während dieser Phase ist eine konstante Bewässerung erforderlich, der Strahl der Gießkanne sollte jedoch auf die Wurzeln gehen. Kälteempfindliche, junge Tomatenpflanzen mögen angewärmtes Wasser. Mit dem endgültigen Aussetzen ins Freiland sollte gewartet werden, bis die Eisheiligen vorbei sind.

Hier fehlt Dünger

Hier fehlt Dünger

Als Starkzehrer brauchen Tomaten viel Dünger. Wenn die Bodenqualität nicht ausreicht, empfehlen sich Naturdünger wie Hornspäne oder Kuhmist. Chemischer Dünger kann bei Jungpflanzen die Wurzeln verbrennen, was zu verlangsamtem Wachstum und im schlimmsten Fall zu Ernteausfall führt. Wurde aus Versehen überdüngt, kann es helfen, die oberste Erdschicht um die Pflanze abzutragen, damit das weitere Wachstum nicht gefährdet wird. Stützstäbe sind wichtig, damit die Pflanzen gesund wachsen können. Werden welche aus dem Vorjahr verwendet, sind diese gründlich zu reinigen, damit keine Tomatenkrankheiten übertragen werden können.

Tomaten richtig pflanzen

Drei bis fünf Liter Kompost auf den Quadratmeter bieten Tomaten ideale Wachstumsbedingungen. Es sollte jedoch jährlich das Beet gewechselt werden, da sich Schädlinge wie Wurzelälchen oder auch die Korkwurzelkrankheit auslösende Erreger sonst breitmachen. Tomaten mögen die Nachbarschaft mit Karotten, Radieschen, Kohl und Spinat. Gar nicht geeignet sind Fenchel, Erbsen und Kartoffeln. Tomaten sollten so tief gepflanzt werden, dass ihr Wurzelballen später rund fünf Zentimeter unter der Erde liegt. Das erleichtert, auch an der Stängelbasis Wurzeln zu bilden, was die Aufnahme von Wasser und vor allem Nährstoffen fördert.

Probleme bei der Blüte

Ohne Blüten können sich keine Früchte bilden. Wenn die Tomaten keine Blüten zeigen, kann das an zu viel Dünger liegen. Denn auf schweren Böden, die Lehm enthalten, werden weitaus weniger Nährstoffe benötigt als auch trockenen, sandigen Böden. Auch ein Lichtmangel wirkt sich negativ auf die Blüte aus, die Tomaten blühen dann nur mäßig oder auch gar nicht und entwickeln später keine Frucht. Oft liegt es daran, dass die ganze Kraft der Pflanze in die Blätter geht, daher müssen von Zeit zu Zeit die Zwischentriebe, die sich zwischen Blattansätzen und Stängel bilden, entfernt werden. Dieses Ausgeizen hilft, die Energie auf den ertragreichen Hauptstängel zu konzentrieren. Geiztriebe sollten alle zwei Wochen entfernt werden. Findet das Ausgeizen nicht regelmäßig statt, bilden die Nebentriebe ein Dickicht, das der Pflanze Energie raubt und im schlimmsten Fall die Bildung der Frucht verhindert. Tomaten mögen auch nicht zuviel Wasser, daher sollten sie vor Regen geschützt werden und von unten gegossen werden, damit kein Gießwasser an die Blätter kommt.

Ein einfaches Dach schützt vor Regen

Ein einfaches Dach schützt vor Regen

Tomatenkrankheiten

Die Braunfäule

Tomaten mit Pilzbefall

Tomaten mit Pilzbefall

ist eine der häufigsten Erkrankungen bei Tomaten, der durch sie verursachte Pilzbefall ist auch unter dem Namen Krautfäule bekannt. Der Erreger überwintert leicht auf Pflanzenresten, bevorzugt auf Überbleibseln von Kartoffeln, die im Boden geblieben sind. Zur Vorbeugung empfiehlt es sich, im Herbst nach der Ernte alle Überbleibsel aus dem Boden zu entfernen und Tomaten sicherheitshalber nicht direkt neben Kartoffeln anzupflanzen. Besonders in feuchten Jahren verbreiten sich die Sporen jedoch auch über eine gewisse Distanz. Der Befall an den Pflanzen selbst ist leider erst sehr spät erkennbar, was zum Ausfall der kompletten Ernte führen kann. Braunfäule kann verhindert werden, wenn die untersten Blätter der Pflanze entfernt werden. Die Tomatenwelke wird durch ein Bakterium hervorgerufen, das sich durch braune Längsstreifen an den Blättern äußert, die sich später zusammenrollen und die Pflanze wie vertrocknet aussehen lassen. Wird die Tomatenwelke nicht erkannt, können Blattansätze und Blüten absterben, was zu keinem Fruchtertrag führt. Wer die Tomatenwelke entdeckt, sollte die befallenen Stellen großzügig entfernen.

Einige Sorten sind nicht selbstbestäubend

Tomaten sind selbstbefruchtend, das heißt, Insekten und der Wind übernehmen im Garten diese Aufgabe. Aus diesem Grund bringt auch schon nur eine einzige Pflanze ordentliche Erträge. Wenn die Tomatenpflanze jedoch keine Früchte hat, kann es jedoch auch sein, dass man eine der wenigen Sorten erwischt hat, die nicht selbstbefruchtend sind. Dazu zählen zum Beispiel Wildtomaten, die seit einiger Zeit zu den heimlichen Stars in Gärten geworden sind, nicht nur, weil ihre Früchte hervorragend schmecken, sondern auch, weil sie so widerstandsfähig sind. Wer also “Rote Murmel”, “Golden Currant” oder “Rote Wilde” als Einzelpflanze stehen hat, darf sich nicht wundern, dass keine Tomaten an der Pflanze wachsen. In diesem Fall löst eine zweite Pflanze derselben Sorte das Problem und die Bestäubung geht reibungslos vonstatten. Wenn die Sorte nicht bekannt ist, hilft ein Blick auf die Blüte. Ragt die Narbe weit aus den Blütenblättern hinaus, gehört die Tomate zu den wenigen Sorten, die sich nicht selbst befruchten.

Probleme auch im Gewächshaus

Insekten beißen sich an der Tomatenblüte fest und bringen sie zum sachten Schwingen. Das löst einen Reigen der Pollen aus, die dann die geöffneten Blüten befruchten. Was unter freiem Himmel ein Selbstläufer ist, kann im Gewächshaus oder im Wintergarten zum Problem werden. Denn hier bleibt die Natur in der Regel draußen und kann nicht ihren Lauf nehmen, also ist der Hobbygärtner gefragt, die Pflanzen zu bestäuben, wenn er später im Jahr Tomaten ernten möchte. Das funktioniert am besten, wenn die relative Luftfeuchtigkeit zwischen 50 und 80 Prozent beträgt. Unter diesem Wert wollen Pollen nicht keimen, ist die Luftfeuchtigkeit höher, verklumpen sie. Auch bei Temperaturen über 30 Grad Celsius funktioniert die Bestäubung nicht, neben Hygrometer gehört folglich auch das Thermometer zur Grundausstattung im Gewächshaus.

Tomaten selbst bestäuben

Es gibt mehrere Methoden, Tomatenpflanzen zu bestäuben. Pflanzen, die im Gewächshaus oder auf der Fensterbank im Topf stehen, können ein paar Mal hintereinander geschüttelt werden. Wem das zu rabiat erscheint, kann mit einem weichen Pinsel von Topf zu Topf wandern und damit über die Blüten streichen. Bewährt hat sich auch, eine elektrische Zahnbürste an die Rankhilfen anzusetzen und vibrieren zu lassen. Für welche Methode man sich auch entscheidet, es ist wichtig, sie ein paar Tage hintereinander durchzuführen. Wer Wert auf sortenreine Tomaten legt, muss unliebsamer Kreuzbestäubung vorbeugen. Sobald sich die ersten Blüten zeigen, wird die ganze Pflanze mit einem engmaschigen Insektennetz aus Tüll oder Gaze verkleidet. Die Blüten müssen sich jedoch darunter noch entfalten können, sonst gibt es nachher keine Ernte. Hat die Tomatenpflanze nur eine Blüte, kann diese mit einem Teefilter geschützt werden. Auch wenn die sortenreine Bestäubung auf diese Weise zuverlässig funktioniert, garantiert sie trotzdem keine Ernte, denn dafür muss das Gesamtpaket aus Standortbedingungen, Nährstoffen und Wasser stimmen.

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